Warum Passphrasen besser als Passwörter sind

Jahrelang empfahlen Sicherheitsexperten kurze, aber hochkomplexe Passwörter mit Sonderzeichen wie J%7b#k9$Q!. Das Ergebnis: Nutzer vergaßen ihre Zugangsdaten oder schrieben sie auf Notizzettel. Moderne Standards wie die NIST-Richtlinien empfehlen heute eine weitaus effektivere Methode: Passphrasen.

Was ist eine Passphrase?

Eine Passphrase besteht aus mehreren zufällig ausgewählten Wörtern, die durch Bindestriche oder Punkte getrennt sind — beispielsweise sonne-kupfer-falke-matrix. Da jedes Wort zufällig aus einer großen Wortliste stammt, wächst der mathematische Suchraum (Entropie) exponentiell.

Warum Länge wichtiger als Komplexität ist (Entropie-Mathematik)

Die Sicherheit eines Passworts wird in Bits Entropie gemessen. Zusätzliche Zeichen verlängern den Suchraum für Brute-Force-Angriffe exponentiell:

  • Ein 10-stelliges komplexes Passwort hat ca. 30-40 Bits Entropie (in Minuten knackbar).
  • Eine 4-Wort-Passphrase bietet ca. 55-60 Bits Entropie (Jahrhunderte Knackdauer).
  • Eine 5- oder 6-Wort-Passphrase erreicht über 75 Bits Entropie und ist selbst für Supercomputer unknackbar.

Vorteile von Passphrasen

  1. Leicht zu merken: Wörter lassen sich als gedankliches Bild merken.
  2. Schnell zu tippen: Kein ständiges Suchen nach Sonderzeichen auf Touchscreens.
  3. Widerstandsfähig gegen automatisierte Angriffe: Zufällige Wortkombinationen stehen in keinem Wörterbuch.

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